Der Wecker klingelt, und der Tag läuft los, bevor du richtig wach bist. Brotdosen, Termine, Nachrichten, die noch beantwortet werden wollen. Irgendwann steht dein Kaffee kalt auf dem Küchentisch, und du merkst es erst, als du ihn wegkippst.

Nur noch funktionieren fühlt sich selten dramatisch an. Es fühlt sich an wie Alltag. Und genau deshalb fällt so lange nicht auf, dass jemand fehlt: DU.

Oder genauer: das Lebendige in dir. Deine Neugier, dein Lachen, die Lust, etwas nur deshalb zu tun, weil es sich gut anfühlt. Ich nenne es deinen Funken. Er ist nicht fort. Er ist nur leise geworden, irgendwo zwischen Terminen und Brotdosen.

Warum man das Funktionieren so lange nicht bemerkt

Funktionieren hat einen guten Ruf. Wer funktioniert, ist verlässlich. Wer funktioniert, lässt niemanden hängen.

Und es geht ja. Irgendwie geht es immer. Die Wäsche wird gemacht, die Geburtstage werden nicht vergessen, die Arbeit wird fertig. Von außen sieht alles in Ordnung aus. Von innen wird es leiser.

Nicht laut. Nicht auf einen Schlag. Eher so, wie ein Lied im Nebenzimmer, das du irgendwann nicht mehr hörst, während du noch die Küche aufräumst. Weg ist es nicht. Und auch in dir ist die Glut noch da – still, unscheinbar und immer noch warm.

Leise Zeichen, dass du dir selbst fehlst

Das hier ist kein Test und keine Checkliste. Nur ein paar Momente aus dem Alltag, in denen du dich vielleicht wiedererkennst. Vielleicht auch nicht. Beides ist in Ordnung.

Auf „Wie geht es dir?“ antwortest du mit deinem Kalender

„Viel los gerade.“ „Bei der Arbeit ist Endspurt.“ „Wir haben so viel um die Ohren.“ Alles stimmt. Aber es beantwortet eine andere Frage. Wie es dir selbst geht, kommt in der Antwort gar nicht vor.

Du weißt genau, was alle anderen brauchen

Wer neue Schuhe braucht, wer sich worüber freut, wer heute einen schweren Tag hat. Du hast alles im Blick. Nur wenn jemand fragt, was du dir wünschst, wird es still in dir. Oder es kommt ein schnelles „Ach, ich brauche nichts“.

Pausen fühlen sich an wie Zeit­verschwendung

Du setzt dich hin – und stehst sofort wieder auf, weil dir noch etwas einfällt. Oder du bleibst sitzen, und im Kopf läuft die Liste weiter. Einfach nur da sein? Fühlt sich fast verboten an.

Deinen Körper spürst du nur noch nebenbei

Die Schultern sitzen irgendwo bei den Ohren. Der Atem ist flach, und du merkst es erst, wenn du einmal tief Luft holst. Dein Körper trägt dich durch jeden Tag, aber ihr habt kaum noch Kontakt.

Was dir Freude gemacht hat, steht auf „irgendwann“

Das Lied, bei dem du früher laut mitgesungen hast. Der Spaziergang ohne Ziel. Das Buch auf dem Nachttisch, das seit Wochen beim selben Lesezeichen liegt. Nichts davon ist verschwunden. Es wartet nur. Und du wartest mit.

Eine Stärke mit Schattenseite

Wenn du dich in einem dieser Momente wiederfindest, dann bitte nicht als Urteil über dich. Du hast nichts falsch gemacht. Du bist nicht zu schwach, nicht zu empfindlich und nicht undankbar.

Du hast funktioniert, weil es nötig war. Weil Menschen dich gebraucht haben. Das ist eine Stärke. Sie hat dich durch volle Wochen und schwere Zeiten getragen.

Nur hat sie eine Kehrseite: Sie macht so lange weiter, bis du vergisst, dass auch DU dazugehörst. Das ist kein Versagen. Eher die Folge davon, dass du sehr lange sehr viel gehalten hast. Du hast dafür gesorgt, dass es die anderen warm haben – und dich selbst dabei ans Ende der Liste gesetzt.

Ich schreibe das nicht von außen. Ich habe selbst erfahren, wie schnell man sich im Funktionieren verlieren kann. Für mich war Bewegung schon immer ein Weg zurück zu mir. Wenn du magst, lies nach, wer ich bin und wie Körperfunken entstanden ist.

Kleine Momente zurück zu dir

Du musst dafür nicht dein Leben umkrempeln. Und bitte mach daraus keine neue Aufgabe. Es darf klein bleiben: hier und da ein Augenblick, in dem dein Funke ein wenig Luft bekommt.

  • Trink deinen Kaffee, solange er warm ist. Im Sitzen. Ohne nebenbei etwas anderes zu erledigen.
  • Frag dich einmal am Tag: Wie geht es mir gerade? Und hör auf die Antwort, auch wenn sie nicht in den Kalender passt.
  • Stell deine Füße auf den Boden und spür, wie er dich trägt. Ein paar Atemzüge lang, mehr nicht.
  • Mach in der Küche ein Lied an und beweg dich dazu. Niemand schaut zu. Niemand bewertet, wie es aussieht.
  • Sag zu einer Kleinigkeit Nein, die eigentlich auch jemand anderes übernehmen kann.

Manches davon fühlt sich vielleicht gut an. Manches ungewohnt oder sogar ein bisschen traurig, weil du merkst, wie lange du nicht bei dir warst. Auch das darf da sein.

Manchmal ist es mehr als ein voller Alltag. Wenn eine Belastung über längere Zeit anhält und nicht leichter wird, hol dir bitte ärztlichen oder therapeutischen Rat. Auch das hat nichts mit Versagen zu tun.

Körper­funken: Zeit, in der du nicht funktionieren musst

Tanzen ist meine liebste Art der Meditation: Kopf ausschalten. Körper spüren. Im Moment sein. Daraus ist Körperfunken entstanden. Dein Körper ist dabei der Weg, und dein Funke darf so leise oder so lebhaft sein, wie er gerade ist.

Freitags um 10:30 Uhr schalten sich höchstens 15 Frauen ab 18 live über Zoom zusammen, für etwa 75 Minuten. Wir beginnen ruhig, mit einer geführten Traumreise, die dich einlädt, aus dem Kopf in deinen Körper zu kommen. Dann übernimmt der Beat, mal sanft und getragen, mal verspielt, mal kraftvoll. Zum Ende wird es ruhiger: nachspüren, durchatmen, sanft zurück in deinen Tag.

Du musst dabei nichts können. Keine Choreografie, keine Bewertung, kein Richtig oder Falsch. Du entscheidest selbst, wie weit du dich einlässt und wie tief du gehen möchtest – und jedes Element kannst du anpassen oder auslassen.

Alles darf. Nichts muss.

Körperfunken ist kein therapeutisches Angebot und ersetzt keine Behandlung. Du bringst einfach mit, was gerade da ist. Der Funke ist dabei ein Bild für das, was schon in dir ist – nichts, was du erst erreichen müsstest.

Ein kleiner Anfang

Du musst heute nichts entscheiden. Vielleicht nimmst du aus diesem Text nur mit, deinen Kaffee morgen warm zu trinken. Ein bisschen Wärme, nur für dich. Das ist schon ein Anfang.

Und wenn du spürst, dass du dir mehr Zeit für DICH wünschst, dann schau dir in Ruhe an, was dich bei Körperfunken erwartet. Magst du es erst einmal ausprobieren, lernst du in der Schnuppersession eine ganze Session kennen – als Einzeltermin, der nicht automatisch in eine Mitgliedschaft übergeht.

Ich freue mich, wenn wir uns an einem Freitag begegnen.